Winterfütterung von Gartenvögel

 

Die Vogelfütterung löst keine großen Naturschutzprobleme, aber sie hilft einigen häufigen Arten. Und wer richtig füttert, schadet den Vögeln sicherlich nicht, sondern hat auch noch Spaß, das bunte Treiben am Futterhaus vor dem Fenster zu beobachten. Mit viel Geduld und Aufmerksamkeit lassen sich sogar die einzel­nen Tiere unter­scheiden und ihr Verhalten aus nächster Nähe beob­achten. Fütterung von Vögeln gilt als häufigste Form der Interaktion zwischen Menschen und wilden Tieren. Es ist ein Naturerlebnis, bei dem mit der Zeit Artenkenntnis entsteht und besonders bei Kindern und Jugendlichen das Interesse an der umgebenden Natur und Heimat geweckt wird.

 

Zwar ist das wichtigste Naturschutzinstrument für unsere Gartenvögel ein naturnaher und strukturreicher Garten mit heimischen Pflanzen, aber Vögel verlieren trotz regelmäßiger Fütterung nicht die Fähigkeit, Nahrung in der Natur zu finden. Je vielfältiger Strukturen im Gärten sind, umso höher kann auch die Vielfalt an (Vogel-)Arten sein. Bei der Gartenbearbeitung sollten wilde Ecken zugelassen werden, Samen tragende Pflanzen ausreifen dürfen und auf Pestizide verzichtet werden

 

Die häufigsten fünf Gartenvögel im Winter sind nach Auswertung der Stunde der Wintervögel Kohlmeise, Feldsperling, Haussperling, Amsel und Blaumeise. Bei der Stunde der Gartenvögel im Mai sind es Haussperling, Kohlmeise, Amsel, Star und Blaumeise. Die nächste Stunde der Wintervögel findet 2020 vom 10-12. Januar statt

 

Durch Fütterung in Gärten werden hauptsächlich (noch) häufige Arten unterstützt, die im Lebensraum Garten vorkommen. „Eine ganzjährige Fütterung schadet nicht, das Futterangebot sollte jedoch an die Jahreszeit und an die Bedürfnisse der Vögel angepasst werden. Wichtig ist auf Hygiene am Futterplatz zu achten und richtiges Futter zu wählen.“ sagt Wolfgang Kittel von der LBV-Kreisgruppe Ansbach.

 

 Am Geringsten ist die Nahrungsverfügbarkeit für Vögel zum Ende des Winters, wenn natürliche Nahrungsquellen (z.B. Früchte an Hecken, Samenstände) leer sind. Unabhängig von der Jahreszeit kann Witterung ein Problem bei der Nahrungssuche bzw. Nahrungsaufnahme sein. Trockenheit im Sommer erschwert z.B. Star und Amsel die Nahrungsaufnahme von im Boden lebenden Beutetieren wie Würmern, Schneebedeckung erschwert z.B. Zaunkönig, Rotkehlchen, Amsel die Nahrungsaufnahme am Boden und regenreiche Perioden erschweren allgemein die Nahrungssuche, da Beutetiere von der Vegetation gespült werden bzw. sich evtl. unzugänglich verkriechen

 

Die Futterstelle sollte frei aufgestellt werden, damit die Vögel eine heranschleichende Katze rechtzeitig bemerken. Am besten drei bis vier Meter von einem Gebüsch oder Baum entfernt. Mehrere kleine Futterstellen sind besser als eine große. Generell muss die Futterstelle so gebaut sein, dass das Futter nicht nass wird. Bei der Reinigung der Futterstelle unbedingt auf scharfe Chemikalien verzichten. Außerdem darf kein Kot ins Futter gelangen, sonst breiten sich Krankheiten schnell aus. Besonders hygienisch sind Futtersäulen. An klassischen Futterhäuschen übertragen sich häufig Salmonellose oder Trichomonaden, die zum Tot vieler Vögel führen. Sollten Sie tote Vögel an ihrer Futterstelle entdecken, finden Sie unter: https://www.lbv.de/ratgeber/lebensraum-garten/richtig-fuettern/ mehr Infos.

 

Gutes von schlechtem Vogelfutter können Sie anhand einiger Kriterien unterscheiden. Viele Hersteller strecken ihr Futter mit Füllstoffen im Futter, diese werden von Vögeln nicht gefressen und bleiben liegen. Schauen sie daher unter ihre Futterstelle, wieviel Reste es gibt. Gutes Futter verwendet ausschließlich Samen. Das Futter sollte nicht aus Ambrosia-Risikogebieten Ungarn oder Nordamerika stammen, da die allergieauslösende Pflanze über Vogelfutter übertragen wird. Leicht erkennbar ist gutes Vogelfutter auch an der Zertifizierung. Nur Hersteller, die hohen Wert auf Qualität legen, lassen ihr Futter von Vogelschutzverbänden wie dem LBV testen und zertifizieren.

 

Amseln und Rotkehlchen mögen gerne Äpfel, Rosinen oder Getreideflocken, am liebsten fressen sie am Boden (hierzu gibt es spezielle Futterautomaten und es ist besonders auf Hygiene zu achten). Finken, Spechte und Kleiber wollen am liebsten Körnergemische, Erdnussbruch, Sonnenblumenkerne und energiereiche, ölhaltige Sämereien wie Nijer, Hanf oder Mohn. Während Spechte und Kleiber am liebsten an einer Baumrinde oder in einem Futterholz fressen, nutzt der Dompfaff gerne Futtersäulen bzw. Futterhäuschen. Meisen fressen besonders gerne Erdnussbruch und Sonnenblumenkerne von hängendem Futter. Hausperling und Feldsperling füttern man am besten mit Körnergemischen, Erdnüssen und Sonnenblumenkernen, die Art der Futterstelle ist weitgehend gleichgültig. Viele dieser Arten verschmähen auch Fettfutter und Mehlwürmer nicht. Keinesfalls sollten salzhaltige Lebensmittel oder reines Fett in Form von Magerine oder Butter gefüttert werden. Äpfel oder dergleichen sollten nur in ganzen ausgelegt werden, die Vögel picken sich geeignete Stücke ab.

 

Mehr zu dem Thema Fütterung in Gärten unter: https://www.lbv.de/ratgeber/lebensraum-garten/voegel-fuettern/. Hier finden Sie Tipps zur Futterstelle, Vogeltränken, Art des Futters, Rezepte für eigenes Vogelfutter, usw.

 

 

Kleiber
Kleiber Foto: Wolfgang Kittel
Eichelhäher
Eichelhäher Foto: Wolfgang Kittel