Die Störche kehren zurück

Ansbach, 07.03.2024

Neuansiedlungen melden - Störungsverbot am Storchenhorst
Ansprechpartner und Beratung durch den LBV

Ungewöhnlich früh kehrten dieses Jahr die Weißstörche in ihr Brutgebiet zurück. Im Landkreis Ansbach überwinterten in diesem Winter ca. 35 Altstörche. Derzeit ist bereits die Hälfte der bekannten Storchenhorste besetzt. Die Rückkehr der Zugstörche kann sich noch bis Ende April hinziehen.

Wie in den letzten Jahren wird es wieder zu Neuansiedlungen kommen. Die Störche sind bei der Horstplatzwahl sehr erfindungsreich. Die Spätrückkehrer finden alle Horste bereits besetzt vor und bauen neue Nester. Da der Weißstorch eine nach europäischem und deutschem Recht streng geschützte Vogelart ist, gilt das Störungsverbot am neuen Storchenhorst.
Das 18-köpfige Storchenbetreuungsteam des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz (LBV) ist im gesamten Landkreis Ansbach und der Stadt Ansbach aktiv. Jeder bekannte Storchenhorst ist einer Betreuungsperson zugeordnet. Auch die Betreuungspersonen kontrollieren die Horste nur aus sicherer Entfernung. Sie stehen bei Fragen und Lösungsfindungen gerne beratend zur Seite.

Nachdem der langjährige Storchenexperte Thomas Ziegler aus Feuchtwangen im Frühjahr verstorben ist, wird der LBV sein Lebenswerk fortsetzen. Holger Frank und Günter Möbus koordinieren diesen Bereich und sind die neuen LBV-Ansprechpartner für Behörden, Kommunen und die Bevölkerung.

Eine laufend aktualisierte Storchenkarte kann auf der Internetseite des LBV eingesehen werden: www.lbv.de/weissstorch .

Der LBV bittet, alle Neuansiedlungen und Störungen zu melden, damit diese Störche in die Betreuung aufgenommen werden können.

Meldungen bitte an:  storch-ansbach@lbv.de

 

LBV Ansbach, Landsknechtsweg 13, 91522 Ansbach, Telefon: 0981/7222

 

Weißstörche Foto: Holger Frank, LBV
Weißstörche Foto: Holger Frank, LBV

Nachruf Thomas Ziegler

Am 28. Januar 2024 verstarb nach langjähriger Krankheit unser Freund und Storchenvater Thomas Ziegler aus Feuchtwangen.
Thomas Ziegler war bereits als junger Bursche ein vogelbegeisterter Mensch. Im Jahr 1969 begann er für die Vogelwarte Radolfzell mit der wissenschaftlichen Vogelberingung.
Bereits früh legte er ein besonderes Augenmerk auf die Weißstörche. Für diese Vogelart war er in ganz Mittelfranken und dem nördlichen Schwaben unterwegs. Er beringte in über 50 Jahren circa 4000 Jungstörche. Thomas hat dazu beigetragen, dass der Weißstorch zu den inzwischen gut erforschten Arten gehört. Und er hat maßgeblich dafür gesorgt, dass es ihn hierzulande überhaupt noch gibt. Dank eines erfolgreichen Artenhilfsprogramms, in dessen Steuergruppe Thomas mitwirkte, ist der Glücksbringer Storch inzwischen wieder häufig anzutreffen – auch im Landkreis Ansbach.
Von 1971 bis 1975 war Thomas Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Ansbach. In dieser Zeit formierte sich der LBV in der Stadt und im Landkreis Ansbach neu. Währenddessen gelang es ihm auch, bei vielen die Vogelbegeisterung nachhaltig zu wecken.
In den letzten Jahren durfte er noch miterleben, wie sich die Weißstörche prächtig entwickelten.
Für sein großartiges Lebenswerk wurde Thomas im Jahr 2019 mit dem LBV-Ehrenamtspreis ausgezeichnet.
 
Wir werden Thomas als guten Freund, Storchenvater und Mentor immer in guter Erinnerung behalten.

Markus Bachmann

Thomas Ziegler
Thomas Ziegler

Gute Zeiten für den Weißstorch

Jahresbericht 2022 (von G. Möbus, LBV)

Im letzten Mitgliedermagazin berichtete ich über “den starken Aufwind” bei den Weißstörchen. Auch im Jahr 2022 hielt dieser Trend unvermindert an.

 

Es zeigt sich, dass immer mehr Störche nur noch wegen winterlichen Nahrungsengpässen in den Mittelmeerraum ausweichen oder gar bei uns überwintern. Das hat zur Folge, dass das Brutgeschehen schon Ende Februar beginnt und die letzten Rückkehrer bis Ende April bei uns eintreffen. Der gute Bruterfolg, der mittlerweile mehr als 1000 bayerischen Brutpaaren, bringt die fortpflanzungsfähigen Altstörche in die Not, immer neue Horststandorte zu finden.

 

Im Landkreis Ansbach haben sich richtige “Hotspots” entwickelt (Aurach, Herrieden, Ornbau, Merkendorf, Dinkelsbühl). An diesen Orten kommt es vermehrt zu spontanen Neuansiedlungen. An den Hotspots gibt es häufig Nachbarschaftsstreitigkeiten und Störungen beim Horstbau. Viele Ansiedlungsversuche bleiben deshalb ohne Erfolg. Diese finden oft an Stellen statt, wo sie nur schwer geduldet werden können (Heizkamine).

 

Wir mussten die Erfahrung machen, dass hier oft ohne eine Genehmigung der Naturschutzbehörden Weißstorchhorste entfernt wurden/ werden.

 

Sollten Neuansiedlungen Probleme bereiten, ist immer die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Ansbach oder das Umweltamt der Stadt Ansbach zu informieren. Die Behörden werden dann ggf. unter Einbindung der höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Mittelfranken Lösungen finden.

 

Im Jahr 2022 kam es zu weiteren 19 Neuansiedlungen im Gebiet des Landkreises und der Stadt Ansbach. Von 126 vorhandenen Storchenhorsten waren 114 besetzt.

 

 

Hotspots

 

Aurach

11

Herrieden

14

Ornbau

7

Merkendorf

10

Dinkelsbühl

12

 

 

Insgesamt flogen letztes Jahr 232 Jungvögel aus. Es gab jedoch auch 34 erfolglose Bruten. Die Spitzenreiter waren die Paare in Sommersdorf und Sachsbach bei Bechhofen mit 5 Jungvögeln. Leider ist in Sachsbach ein Jungvogel verschwunden.

 

 

 

 

Horstpaare

ohne Bruterfolg

34

1 Jungvogel

17

2 Jungvögel

29

3 Jungvögel

28

4 Jungvögel

14

5 Jungvögel

2

Jungvögel gesamt

232

 


 

 

Es ist nicht mehr zu schaffen, alle Jungvögel zu beringen. Wesentliche Erkenntnisse über Verbleib und Zugverhalten liefern mittlerweile Störche, die mit GPS-Trackern (siehe Bild) ausgestattet sind. Mein besonderer Dank gilt hier Thomas Ziegler aus Feuchtwangen und Willi Oberndörfer aus Neuendettelsau.

 

 

Die Betreuung der Storchenhorste in der großen Landkreisfläche verschlingt mittlerweile sehr viel Zeit und ist von einzelnen Personen nicht mehr zu bewerkstelligen.

 

Aus diesem Grund möchten wir unsere Betreuungs-Mann-/Frauschaft erweitern, um einen präziseren und schnelleren Überblick zu erhalten.

 

Ich habe schon verschiedene Zusagen von interessierten Storchenfreunden. Weitere Unterstützer*innen sind herzlich willkommen. Für das Winterhalbjahr 2022/23 werden wir für unsere Unterstützer*innen eine Qualifizierungsrunde anbieten. Später hinzukommende Interessent*innen werden wir ebenfalls gut in die Aufgaben einweisen (z.B. Feststellen der überwinternden Störche, Ankunftskontrolle, Brutbeginn, ggf. Ablesen von Ringnummern, Feststellen von Neuansiedlungen, Vermittlerrolle bei Problemen).

 

Sollten Sie die Neuanlage eines Storchenhorstes beobachten, bitten wir um Mitteilung (E-Mail www.ansbach@lbv.de oder Tel.: 0981-7222).

 

Die Daten werden von uns in das bundesweite Weißstorcherfassungs-Portal eingepflegt.

 

Das Portal ist für Interessierte öffentlich zugängig.

 

Es können Gebietskarten mit den Storchenhorsten und den Bruterfolgen abgerufen werden.

 

https://www.lbv.de/naturschutz/artenschutz/voegel/weissstorch/storchenkarte/

 

Interesse? Melden Sie sich bei uns per E-Mail www.ansbach@lbv.de oder Tel.: 0981 7222.

 

 


Montage einer Nistplattform 2019

Weißstorchschutz in Bayern

Reichenbach – Die Montage einer sicheren Nistplattform für die Störche bringt das Verbot der Störung an Nestern von geschützten Vogelarten und der Nutzung des Kamines in Einklang.

Betreiber, Naturschutzbehörde und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) fanden eine Lösung.

 

Der Kamin der alten Molkerei in Reichenbach wurde im Jahr 2018 von einem Weißstorchpaar ausgewählt, ein Nest darauf zu bauen und erfolgreich zu brüten.

Da der Kamin Bestandteil der Heizungsanlage der dort angesiedelten Autohandlung ist, wurde das Nest im Herbst abgetragen, um einen störungsfreien Betrieb der Heizung zu gewährleisten.

Im Jahr 2019 wiederholte sich das ganze Geschehen.

Jörg Groß, vom LBV erkannte den Konflikt und suchte eine Lösung.

 

Zusammen mit der Höheren Naturschutzbehörde, der Fima Coric Autohandel, dem Storchenspezialisten Thomas Ziegler aus Feuchtwangen und dem LBV wurde eine dauerhafte Lösung gesucht und gefunden.

Noch vor Beginn der Brutphase der Weißstörche in Jahr 2020 wird auf dem Kamin eine Nistplattform angebracht, die einen sicheren Nistplatz bietet und die Funktion des Kamins nicht beeinträchtigt.

 

Die Firma Coric hat sich bereit erklärt, die Kosten für die Plattform zu übernehmen. Der LBV organisierte die Nistplattform und mit dem Bürgermeister der Stadt Feuchtwangen konnte verabredet werden, dass die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Feuchtwangen zur Montage zum Einsatz kommen kann.

 

Am vergangenen Samstag rückten der Kreisbrandinspektor Herrn Holger Frohwieser mit der Drehleiter der Feuerwehr Feuchtwangen, der Plattformkonstrukteur, Herr Thomas Stahl vom LBV Bamberg und Jörg Groß vom LBV Ansbach an, um die neue Nistplattform zu montieren.

 

Alle Beteiligten sehen dem Brutjahr 2020 jetzt entspannt entgegen.

 

Weißstorch; Nistplattform
Nistplattform Foto: Günter Möbus
Weißstörche
Weßstörche Foto: Wolfgang Kittel
Montage der Plattform Foto: Günter Möbus
Montage der Plattform Foto: Günter Möbus

Verfolgen Sie Weißstörche live!