Wiesenbrüterschutz

12. April 2021

Seit März sind die Kiebitze nun zurück aus ihren Überwinterungsgebieten. Für den LBV markiert das Zurückkehren der ersten Kiebitze jährlich den Start in die Wiesenbrütersaison. Wiesenbrüterberater:innen, Gebietsbetreuer:innen und weitere LBV-Ehrenamtliche sind nun wieder im Landkreis unterwegs, um Nester ausfindig zu machen, diese zu markieren und Bruten zu schützen. Dieser zeitaufwändige Einsatz ist mittlerweile nötig geworden da viele unserer ehemals noch häufigen Feld- und Wiesenvögel heutzutage stark bedroht sind. Die Bestände des Kiebitzes beispielsweise haben seit 1980 deutschlandweit um 93% abgenommen. „Im Landkreis Ansbach gibt es inklusive dem wichtigen Gebiet Wiesmet noch etwa 100-120 Brutpaare, jedoch sind letztes Jahr nur 15 junge Kiebitze flügge geworden. Das reicht bei Weitem nicht aus um die Art auf Dauer zu erhalten.“, erläutert Markus Bachmann.

 

Zur Gruppe der Wiesenbrüter werden Vogelarten gezählt, welche ihr Nest am Erdboden bzw. in Bodennähe bevorzugt auf Wiesen anlegen. Zu diesen gehören neben dem Kiebitz auch Uferschnepfe, Brachvogel, Rotschenkel, Grauammer, Bekassine, Braunkehlchen, Wiesenpieper und der Wachtelkönig. Neben ihrem Brutverhalten haben diese Vögel außerdem gemein, dass sie allesamt auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen. Arten wie Uferschnepfe, Brachvogel, Rotschenkel, Braunkehlchen, Bekassine und Wiesenpieper sind gar auf der roten Liste 1 angesiedelt. Damit sind zwei Drittel aller Wiesenbrüter Bayerns vom Aussterben bedroht und es gilt, diese heute seltenen Arten Bayerns zu schützen. Und auch Sie können mithelfen, indem Sie dem Appell von Markus Bachmann folgen: „Meiden Sie während der Brutzeit zwischen Ende März und Ende Juni Wiesenbrütergebiete, wie die Altmühl-, Wörnitz und Rezatwiesen sowie die Wiesen bei Aurach und Leutershausen. Leinen Sie ihre Hunde an und versuchen Sie Störungen zu vermeiden.“ So leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser selten gewordenen Vögel. Beim Wiesenbrüterschutz außerdem unabdingbar: Eine gute Kooperation zwischen Naturschutz und Naturnutzung.

LBV-Wiesenbrüterberater Markus Bachmann dankt daher ausdrücklich auch allen engagierten Landwirt:innen: „Ohne ihre Mithilfe wäre Wiesenbrüterschutz, wie er bei uns praktiziert wird, nicht möglich. Vielen Dank!“

 

Gerne können Sie auch aktiv mithelfen beim Wiesenbrüterschutz, die LBV Kreisgruppe Ansbach ist auf der Suche nach weiteren Wiesenbrüterberater.

 

Sie wollen sich bei der LBV Kreisgruppe Ansbach engagieren oder haben einfach nur Fragen?

Schreiben Sie uns unter ansbach@lbv.de.

 

Großer Brachvogel, Wiesenbrüter, Brachvogel
Großer Brachvogel

Arbeitsgruppe Wiesenbrüter

Wiesenbrüterschutz in Mittelfranken

Kiebitz Foto: Michael Hauer
Kiebitz Foto: Michael Hauer

Auch 2018 wurde für die wiesenbrütenden Vogelarten wieder ein Schutzzaun im Landkreis Ansbach errichtet. Der Elektrozaun soll Verluste durch Räuber wie etwa Füchse während der Brutsaison des Großen Brachvogels und der Kiebitze minimieren. Unter Zusammenarbeit der unteren Naturschutzbehörde, der höheren Naturschutzbehörde und den Landwirten konnten ca. 26 ha Grünland eingezäunt werden. Der Aufwand des Zaunaufstellens und der weiteren Betreuung wurde mit drei Brutpaaren innerhalb des Zaunes belohnt. Leider wurde keiner der Jungvögel flügge. Neben den natürlichen Todesursachen fallen viele Küken der Grünlandbewirtschaftung zum Opfer. Auch 2019 sollen wieder ähnliche Schutzmaßnahmen getroffen werden. Hoffentlich mit mehr Erfolg.

Goßer Brachvogel  Foto: Rosl Roessner
Goßer Brachvogel Foto: Rosl Roessner

Wiesenbrütergebiet    Foto: Markus Bachmann
Wiesenbrütergebiet Foto: Markus Bachmann